Jede Silberlegierung weist eine spezifische Zusammensetzung und einen bestimmten Härtegrad auf, sodass verschiedene Eigenschaften resultieren. Der Silberanteil wird als Feingehalt in Tausendstel angegeben: 835er Silber besteht zu 83,5 % aus reinem Silber, 800er Silber zu 80 % und 925er Sterlingsilber zu 92,5 %. Den Rest bilden überwiegend Kupfer sowie geringe Anteile von Nickel oder Zink. Welche Silberlegierungen es gibt, wie Sie die Stempel lesen und welches Silber sich für welchen Zweck eignet, erfahren Sie hier im Überblick.
Silberlegierungen im Vergleich: Feingehalt-Tabelle
|
Stempel |
Silberanteil |
Übrige Metalle |
Härte |
Typische Verwendung |
|---|---|---|---|---|
|
999 (Feinsilber) |
99,9 % |
– |
sehr weich |
Barren, Anlagemünzen |
|
935 |
93,5 % |
6,5 % Kupfer |
weich |
Filigran- und Emaillearbeiten |
|
925 (Sterlingsilber) |
92,5 % |
7,5 % Kupfer |
mittel |
Schmuck, Tafelsilber, Besteck |
|
900 (Münzsilber) |
90 % |
10 % Kupfer |
mittel bis hart |
historische Umlaufmünzen |
|
875 |
87,5 % |
12,5 % Kupfer |
hart |
Silberwaren aus Russland und Osteuropa |
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835 |
83,5 % |
16,5 % Kupfer, teils Nickel/Zink |
hart |
Besteck und Gebrauchssilber (DE, NL, BE, AT, Skandinavien) |
|
830 |
83 % |
17 % Kupfer |
hart |
skandinavische Silberwaren |
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800 |
80 % |
20 % Kupfer |
sehr hart |
Besteck, Tafelsilber, Gebrauchssilber |
|
825 / 885 |
82,5 / 88,5 % |
Kupfer |
hart |
seltene Feingehalte, vor allem an älteren Einzelstücken |
Legierungen im Allgemeinen
Die auf das lateinische Wort „ligare“ zurückzuführende Bezeichnung Legierung beinhaltet, dass unterschiedliche Metalle oder Metalle und Nichtmetalle gemischt werden. Um das gewünschte metallische Gemisch zu erhalten, ist Diffusion oder Schmelze der Metalle notwendig. Abhängig von Art und prozentualem Verhältnis des Gemischs ergeben sich spezielle Eigenschaften, die dem Hauptausgangsprodukt ganz oder teilweise fehlen. Vor allem zielen Metalllegierungen häufig auf Korrosionsbeständigkeit und hohe Härte des Materials ab.
Silber als Element: die wichtigsten Eigenschaften
Silber ist ein chemisches Element und zählt zu den Edelmetallen. Diese physikalischen Eigenschaften bestimmen, warum reines Silber fast immer legiert wird:
- Chemisches Symbol (Abkürzung): Ag, von lateinisch argentum
- Ordnungszahl: 47
- Dichte: 10,49 g/cm³ – Silber ist damit ein Schwermetall und kein Leichtmetall
- Härte: 2,5 bis 3 auf der Mohsskala; durch Kupfer legiertes Silber wird deutlich härter
- Schmelzpunkt: 961,8 °C
- Leitfähigkeit: Silber besitzt die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle
- Spezifisches Gewicht von 925er Silber: rund 10,4 g/cm³
Silberlegierungen im Speziellen
Silberlegierungen waren den Menschen schon in der Antike bekannt. Belegen lässt sich dies unter anderem durch Münzen, die eine Gold-Silber-Legierung aufweisen. Silber wird seit langer Zeit als schön glänzendes Edelmetall geschätzt, das gut zu verarbeiten ist. Ebenso wie alle anderen Edelmetalle zeichnet sich reines Silber durch Korrosionsbeständigkeit aus. Allerdings ist reines Silber sehr weich. Es ist möglich, Silber mit Gold, Platin oder Palladium zu verbinden. Halbedelmetalle wie Kupfer sowie Metalle wie Zink, Zinn und Nickel sind ebenfalls gut geeignet für die Herstellung von Silberlegierungen.
Gängige Silberlegierungen
Es ist üblich, Silberlegierungen dem Silberanteil entsprechend anzugeben. Dieser als Feingehalt bezeichnete Anteil variiert zwischen kleinen Mengen Silber und 99,9 Prozent Silber. Der in Tausendstel genannte Feingehalt beträgt vorwiegend 800, 835, 925 oder 935. Dementsprechend liegt der Silberanteil zwischen 80 und 93,5 Prozent. Die Legierungen 800er und 925er Silber finden unter anderem für die Herstellung von Tafelsilber und von Silberschmuck Verwendung. Ein Objekt aus Silber ist mit dem Feingehalt gekennzeichnet. Bei Silber 800 finden Sie entweder „800“ oder „0.800“. Ergänzt wird der Feingehalt durch den Herstellerstempel und – abhängig vom Produktionsort – durch die Stadt- oder Ländermarke. Bei in Deutschland gefertigten Stücken kommen häufig zusätzlich Halbmond und Krone hinzu: Diese Kennzeichnung geht auf das Reichsgesetz von 1884 zurück, das ab 1888 verbindlich war. Der Halbmond steht für echtes Silber, die Krone für den garantierten Mindestfeingehalt von 800/1000.
800er Silber
Sowohl bei 800er Silber als auch bei 835er Silber handelt es sich um Gebrauchssilber. Die Legierung 800 Silber weist einen Silberanteil von 800/1000 und einen Kupferanteil von 200/1000 an der Gesamtmasse auf. Mit 20 Prozent Kupfer ist 800er Silber die härteste der gängigen Silberlegierungen und damit besonders alltagstauglich – ein Grund, warum viele Bestecke und Tafelsilber-Serien in diesem Feingehalt gefertigt wurden.
Hinweis: Die bisherigen 835er-Sätze aus diesem Absatz wandern in den neuen eigenen Abschnitt „835er Silber“.
835er Silber
835er Silber besteht zu 83,5 Prozent aus reinem Silber, die restlichen 16,5 Prozent entfallen auf beigemischtes Kupfer, teilweise ergänzt durch Nickel oder Zink. Ebenso wie Kupfer steigert auch Nickel die Härte und Korrosionsbeständigkeit des Silbers. Gerade diese beiden Eigenschaften machen Silberlegierungen dieser Art zu sehr gut geeigneten Materialien für Gebrauchsgegenstände wie Silberbesteck oder Behältnisse aus Silber. Verbreitet war 835er Silber vor allem in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Skandinavien – zahlreiche Bestecke aus dem 20. Jahrhundert tragen diesen Stempel. Heute wird überwiegend 925er Silber neu verarbeitet, weshalb Sie 835er Silber besonders häufig bei antiken Stücken und Erbstücken finden.
Ist 835 Gold oder Silber?
835 ist ein Feingehalt für Silber, nicht für Gold. Ein Objekt mit dem Stempel 835 besteht folglich zu 83,5 Prozent aus Silber. Gold wird mit anderen Feingehalten gekennzeichnet – gängig sind hierzulande 333, 375, 585, 750 und 900. Die Stempel 800, 825, 835, 925 und 935 stehen dagegen immer für Silber. Wirkt ein Stück goldfarben, handelt es sich meist um vergoldetes Silber (Vermeil).
925er Silber
925er Silber ist auch als Sterlingsilber bekannt. Den geforderten Angaben zur verwendeten Legierung entsprechend setzt sich 925 Silber aus 925/1000 Teilen Silber und 75/1000 Teilen Kupfer und/oder anderen Metallen zusammen. Die Bezeichnung Sterling geht zurück auf das Material, das für die einstigen britischen Silberpennys verwendet wurde. Auch für die Herstellung von Silbermünzen eignete und eignet sich Kupfer als Beigabe, um die gewünschte Härte und Widerstandsfähigkeit zu erreichen. Gerne wird die hochwertige Sterling Legierung eingesetzt, um Silberschmuck und Objekte unterschiedlicher Art anzufertigen. Hier finden Sie beispielsweise 925er Silber Produkte für Ihr Zuhause.
900er Silber: das klassische Münzsilber
Als Münzsilber wird traditionell die Silberlegierung 900 bezeichnet: 90 Prozent Silber und 10 Prozent Kupfer. Die Silbermünzen des Deutschen Kaiserreichs wurden in diesem Feingehalt geprägt, weil der Kupferanteil das Metall widerstandsfähig genug für den täglichen Umlauf macht. Später kamen für Umlaufmünzen auch niedrigere Feingehalte wie 625er oder 500er Silber zum Einsatz, während Anlagemünzen heute meist aus 999er Feinsilber bestehen. Der Name Münzsilber erinnert daran, dass Silberschmiede früher eingeschmolzene Münzen als Ausgangsmaterial verwendeten.
935er Silber und 999er Feinsilber
935er Silber mit 93,5 Prozent Silberanteil ist weicher als Sterlingsilber und eignet sich deshalb besonders für filigrane Arbeiten, Ziselierungen und Emaillearbeiten. 999er Silber – auch Feinsilber genannt – besteht zu 99,9 Prozent aus Silber und ist damit die reinste Form. Für Besteck oder Tafelsilber ist es zu weich; verwendet wird es vor allem für Barren und Anlagemünzen.
Seltene Feingehalte: 825er, 875er und 885er Silber
Neben den gängigen Stempeln begegnen Ihnen gelegentlich seltenere Feingehalte. 825er Silber mit 82,5 Prozent und 885er Silber mit 88,5 Prozent Silberanteil finden sich vor allem an älteren Einzelstücken. 875er Silber war insbesondere in Russland und Osteuropa verbreitet, 830er Silber in Skandinavien. Alle diese Stempel kennzeichnen echtes Silber – es unterscheidet sich lediglich der Silberanteil und damit die Härte des Materials.
Neusilber als Material
Obgleich die Bezeichnung Neusilber das Wort Silber enthält, handelt es sich hierbei um keine Silberlegierung. Vielmehr ist Neusilber eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, die optisch nur schwer von echtem Silber zu unterscheiden ist. Die Anteile der drei Metalle variieren je nach favorisierten Eigenschaften zwischen weniger als 10 und 70 Prozent. Gegebenenfalls werden zusätzlich geringe Mengen anderer Metalle wie Eisen oder Zinn beigefügt. Insbesondere bedingt das enthaltene Nickel eine noch bessere Härte als Kupfer. Unter anderem dient Neusilber als Werkstoff für industriell produziertes Besteck. Versilbertes Besteck weist vorwiegend Neusilber als Basis auf.
Was ist 835er, 800er oder 925er Silber wert?
Der Materialwert eines Silberobjekts ergibt sich aus drei Faktoren: Gewicht, Feingehalt und aktueller Silberpreis. Ein Rechenbeispiel: Ein Besteckteil mit 100 Gramm Gewicht und dem Stempel 835 enthält 83,5 Gramm Feinsilber (100 g × 0,835). Multipliziert mit dem aktuellen Silberkurs je Gramm ergibt sich der reine Materialwert. Bei 800er Silber sind es 80 Gramm, bei 925er Silber 92,5 Gramm Feinsilber je 100 Gramm Gesamtgewicht.
Bei antiken und handgefertigten Silberwaren liegt der tatsächliche Wert allerdings meist deutlich über dem Materialwert. Hersteller, Alter, Zustand, Seltenheit und die Vollständigkeit eines Services beeinflussen den Preis erheblich. Ein signiertes Stück einer renommierten Manufaktur ist als Sammlerstück in der Regel wesentlich mehr wert als sein Altsilberpreis. Bevor Sie Silber einschmelzen lassen, lohnt sich deshalb immer eine fachkundige Einschätzung.
Gegenstände aus Echtsilber - schön und nützlich
Das Tafelsilber Kontor bietet Ihnen bevorzugt Produkte an, die die Silberlegierungen 800 oder 925 aufweisen. Renommierte Silbermanufakturen aus Deutschland und dem europäischen Ausland stellen aus den hochwertigen Silberlegierungen wunderschöne und zugleich funktionelle Objekte her, die Tisch und Vitrine bereichern.
Ein attraktives Beispiel für Silber 925 aus der Rubrik Neuware ist die von Koch & Bergfeld stammende runde Silberschale mit 12 Zentimetern Durchmesser und 2,5 Zentimetern Höhe. Aus Silber 800 besteht unter anderem das in Italien gefertigte ovale Tablett samt Rillenrand, das 21 x 12 Zentimeter misst. Abgesehen von neu produzierten Gegenständen lassen wir Ihnen auch die Wahl zwischen wertvollen antiken Artikeln aus Massivsilber: In der Rubrik Einzelstücke präsentieren wir Ihnen immer wieder schöne und seltene Produkte, die als exklusive Silber Antiquitäten zu bezeichnen sind.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Silberlegierungen
Hier finden Sie häufig gestellte Fragen rund um das Thema Silberlegierungen.
Welche Silberlegierungen gibt es?
Gängig sind die Feingehalte 800, 830, 835, 875, 900, 925 (Sterlingsilber), 935 und 999 (Feinsilber). Die Zahl gibt den Silberanteil in Tausendstel an, der Rest besteht überwiegend aus Kupfer. Seltener kommen Stempel wie 825 oder 885 vor. Kein echtes Silber sind dagegen Neusilber und versilberte Waren, bei denen lediglich eine dünne Silberschicht aufgebracht ist.
Was ist der Unterschied zwischen Silber und Sterlingsilber?
Sterlingsilber ist eine ganz bestimmte Silberlegierung mit 92,5 Prozent Silberanteil und dem Stempel 925. Der Begriff Silber steht dagegen allgemein für das Edelmetall und umfasst alle Legierungen von 800 bis 999. Sterlingsilber ist also immer Silber, aber nicht jedes Silber ist Sterlingsilber.
Ist 835er Silber besser als 925er Silber?
Besser oder schlechter gibt es hier nicht – beide Legierungen haben unterschiedliche Stärken. 925er Silber enthält mehr Feinsilber, wirkt heller und gilt als die hochwertigere Legierung. 835er Silber ist durch den höheren Kupferanteil härter und robuster und damit besonders alltagstauglich. Für Besteck im täglichen Gebrauch kann 835er Silber daher die praktischere Wahl sein.
Bis wann wurde 835er Silber verwendet?
835er Silber war im 20. Jahrhundert der in Deutschland gängige Feingehalt für Besteck und Gebrauchssilber. Heute wird überwiegend 925er Sterlingsilber neu verarbeitet. Abgeschafft ist 835er Silber jedoch nicht – es begegnet Ihnen vor allem bei antiken Stücken und Erbstücken.
Enthält 835er Silber Nickel?
Möglich ist es: Neben Kupfer können 835er Silberlegierungen geringe Anteile von Nickel oder Zink enthalten. Wer empfindlich auf Nickel reagiert, ist mit 925er Sterlingsilber auf der sicheren Seite, das üblicherweise ausschließlich mit Kupfer legiert wird.
Wie pflege ich Silberlegierungen am besten, um ihren Glanz zu erhalten?
Die richtige Pflege und Reinigung von Silberlegierungen sollte durch professionelle Silberputzmittel erfolgen. Wenn das Silber leicht angelaufen ist, kann das Polieren nach dem Reinigen helfen, das Silber wieder zum Strahlen zu bringen.
Welche Silberlegierung eignet sich am besten für Alltagsgegenstände?
Für Alltagsgegenstände eignet sich am besten 800er Silber, da es durch den 20-prozentigen Kupferanteil besonders robust und widerstandsfähig ist. Diese Legierung ist härter als reines Silber und wird häufig für Besteck und andere Gebrauchsgegenstände verwendet, die regelmäßiger Nutzung standhalten müssen.
Wie erkenne ich den Feingehalt und Echtheit von Silber?
Den Feingehalt und die Echtheit von Silber erkennt man in der Regel an der Punzierung. Punzierungen auf Silber dienen als Qualitäts- und Herkunftskennzeichen und geben wichtige Informationen zum Feingehalt des Materials, Herkunftsort und Hersteller.
Welche Vorteile bieten Silberlegierungen gegenüber reinem Silber?
Im Gegensatz zu reinem Silber bieten Silberlegierungen den Vorteil, dass sie härter und widerstandsfähiger sind. Sie eignen sich folglich besser für Gebrauchs- und Alltagsgegenstände wie Besteck und Schmuck. Reines Silber ist hingegen weich und eher anfällig für Kratzer.






































































